|
webhosting |
Heraldik bedeutete ursprünglich die Pflichten und Aufgaben eines
Herolds oder Offiziers an den Waffen. Der Begriff bezeichnet heutzutage
gewöhnlich den Wissenszweig, der sich mit der Geschichte und Beschreibung
von Rüstungsinsignien beschäftigt.
Symbole
und Ornamente wurden seit dem Altertum als Stammes- oder Nationalitätszeichen
verwendet. Die Praxis, persönliche Rüstungsembleme auf Schilden
und Bannern zu verwenden, entstand wärend der Feudalherrschaft, als
es für einen Ritter notwendig wurde, auf einiger Entfernung hin erkannt
zu werden. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts wurden Familieninsignien auf
den Überrock gestickt, der über dem Kettenhemd getragen wurde,
wodurch der Begriff des 'Wappenrocks' entstand.
1483 wurde die Herolds Akademie in England gegründet, um die Vergabe von Rüstungsemblemen zu überwachen. Das ursprüngliche Ziel einer Identifizierung während eines Gefechts entwickelte sich zu einem komplexen System vererbter Kenntlichmachung des sozialen Status. Der Prozeß der Annahme von Wappen wurde auch zu den amerikanischen Kolonien mitgenommen. Einzelpersonen, Familien, Königreiche, Grafschaften, Städte, bischhöfliche Legate, Abteien und Firmen können ebenfalls Wappen besitzen.
Heraldik Akademien existieren bis heute und das Herolds Museum im Tower
of London besitzt eine Wappenkollektion, die die Geschichte von Englands
Heraldik bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgt.
Das
Wappendesign besteht aus dem Schild, der Schildfigur, dem Helm, der Helmzier,
dem Motto, der Helmdecke, den Schildhaltern und der Helmwulst oder Helmkrone.
Das komplette Design nennt man Vollendung des Wappens. Das Wappenschild
hat üblicherweise die Form eines gewöhnlichen Schildes mit verschiedenen
Füllungen oder Figuren in unterschiedlichen Tinkturen. Der Begriff
'Tinktur' bezieht sich hier auf die Darstellung von Metallen, Farben und
Fellen. Das Feld, oder der Hintergrund eines Schildes kann aus zwei oder
mehreren Tinkturen bestehen, die durch eine oder mehrere Linien unterteilt
sind.
Die
Wappenbilder auf dem Schild werden unterteilt in ehrenwerte, untergeordnete
und in gemeine Figuren. Ehrenwerte Figuren sind einfache geometrische Figuren,
die durch gerade Linien oder durch senkrechte Streifen, einen horizontalen
Balken durch die Mitte des Schildes oder durch einen Sparren unterteilt
werden.
Untergeordnete Figuren schließen den Rand des Schildes mit ein. Das 'Filet', ein schmälerer Rahmen, der die Ecken des Schildes nicht berührt und die 'Raute', ein diamantförmiger Rahmen mit vier gleichen Seiten.
Gemeine Figuren representieren familienbezogene Objekte, wie zum Beispiel der Löwe, die manchmal die Geschichte oder den Charakter einer einzelnen Person oder einer ganzen Familie wiederspiegeln sollen. Sie entstehen oftmals aus dem Wortspiel mit dem Familiennamen. Die früheste Form der Darstellung des Löwen war aufrecht mit dem Gesicht zur rechten Seite und nur einer Tatze auf dem Boden. Andere Tierarten zur Füllung des Wappenschildes sind Bär, Stier, Wildschwein, Hirsch, Ziege, Hund, Fuchs, Pferd, Igel, Adler und Falke. Mythische Gestalten wie der Greif, das Einhorn und der Drache werden ebenso verwendet.
Der
Helm wurde dem Wappen bereits vor dem 14. Jahrhundert beigefügt. Die
Helme der Ritter und Prinzen werden frontal abgebildet, diejenigen der
sonstigen Adligen und Edelleute im Profil. Die Helmzier ist der älteste
Bestandteil der Rüstungsembleme und diente nicht nur zur Kennzeichnung
der hierarchischen Stellung, sondern auch als auffälliges Merkmal
während der Schlacht. In der Heraldik wird die Helmzier auf dem Helm
aufsitzend dargestellt.
Die Basis der Helmzier wird durch die Helmwulst umschlungen, die aus zwei ineinander verschlungenen Bändern in den Haupttinkturen des Schildes besteht.
Das Motto besteht aus einem Sinnspruch oder Redewendung, die auf die Familie, das Wappen oder den Helmzier anspielt. Es sitzt über dem Helmzier oder unterhalb des Schildes.
Die Helmdecken dienten ursprünglich als Schutz gegen die Sonne. Sie bestehen aus den zwei Haupttinkturen des Schildes.
Die Helmwulst, Krone und Mitra sind Beigaben zum Wappen für diejenigen,
die berechtigt sind, sie zu tragen.
Seit dem frühesten Bestehen der Heraldik war es nur dem Oberhaupt einer Familie gestattet, das gesamte väterliche Wappen weiterzuvererben. Die jüngeren Zweige der Familie variierten ihre Wappen, indem sie einige Tinkturen veränderten oder Figuren hinzufügten.
Die korrekte Anordnung der einzelnen Bestandteile des Wappens innerhalb
des Schildes nennt man Marschalling des Wappens. Auch wenn einige europäische
Familien bis zu 30 Einzelwappen innerhalb ihres Schildes eingebunden haben,
so ist die vorherrschende Praxis innerhalb der britischen Heraldik die
Einbindung lediglich der wichtigsten.
Hinweise:
Der obige Text ist meine Übersetzung des englischen Originaltextes.
Da es hier etliche Fachbegriffe gibt, kann ich nicht garantieren, daß
die deutsche Übersetzung 100%ig korrekt ist. Sollte jemand die Fachbegriffe
kennen, so wäre ich für eine kurze Mitteilung dankbar. Ich würde
sie dann in den Gesamttext einarbeiten. Email bitte an mich
senden.
Bilderquellen:
Schildertrennlinie ist von Melissa
Snell
Der Wappenrock ist von den sehr hübschen Wappeninfoseiten des
Hauses
der Bayerischen Geschichte und wurde von mir mit einem transparenten
Hintergrund versehen.
Das Wappendesignbild ist von Pro
Heraldica und wurde von mir mit einem transparenten Hintergrund versehen.
Das Ankerwappen ist das persönliche Wappen meiner Familie, wie
es im J.B Rietstap verzeichnet ist. Eine englische Zusammenfassung der
Namensgeschichte kann auf meiner englischen Wappenseite
nachgelesen werden.
Das englische Wappen habe ich irgendwo auf einer britischen Tourismusseite
gefunden.
Copyright 1999 für die deutsche Übersetzung by Brigitte Petsch. Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit meiner schriftlichen Erlaubnis.