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Um
Ritter zu werden, mußte der Page (junger Adliger) an fremdem Adelshof
in die "Lehre" gehen; mit vierzehn Jahren wurde er zum Knappen gemacht.
Er lernte, die Pferde zu striegeln und aufzuzäumen, in voller Rüstung
zu reiten und mit Schwert und Lanze zu kämpfen, in Krieg oder Fehde
(Kleinkrieg zwischen Adligen) die Lanze seines Herrn zu tragen und dessen
Kriegsschild und Panzer in einem gesonderten Sack mitzuschleppen. Er lernte
die dem Adel vorbehaltene Jagd kennen und den Herrn und dessen Gäste
in höfischen Formen zu bedienen und zu betreuen. Mit 21 Jahren wurde
der Knappe durch Schwertleite und Ritterschlag zum Ritter erhoben. Dies
geschah nach einem bestimmten Zeremoniell. Es sollte dem jungen Edelmann
sinnbildlich vor Augen führen, daß Rittertum nicht nur Rechte,
sondern auch Pflichten in der Gemeinschaft der Besten und Auserwählten
aufgibt: Der wahre Ritter streitet zum Schutz des Glaubens und der Gerechtigkeit,
er hilft den Schwachen und Unterdrückten. Die Farben Weiß, Rot
und Schwarz seines Gewandes, in dem er vor dem Altar den Rittereid leisten
wird, sollen ihn an die Reinheit seines Lebens, an die Rittertugenden "mâze"
(maßvolle Selbstbeherrschung), Zucht und Treue, an das Blutvergießen
Christi um der Liebe zu den Menschen willen und an den Tod erinnern.
Der
Troubadour sang und spielte nach festgefügten gesellschaftlichen Regeln.
Sie beruhten auf dem Lehnswesen, in dem strenge Formen der Über- und
Unterordnung bestanden. Die "Herrin" übernahm im Minnesang und im
höfischen Spiel die Rolle des Lehnsherrn. Im Alltag blieb sie jedoch
dem Mann untertan. Ihre Liebe zu einem Sänger durfte sie nur in Blicken
und Gesten zeigen; das Ehe- und Familienleben blieb davon unberührt.
Die im Minnesang ausgedrückte Hochachtung der Frau führte auch
nicht dazu, daß man adligen Damen mehr Rechte in der Öffentlichkeit
zugestand. Hier regierte allein der Mann. In völliger Abhängigkeit
standen die Frauen der niederen Schichten von ihren Männern.
Redewendungen aus der Ritterzeit
| für jemanden eine Lanze brechen
jemandem unter die Arme greifen jemanden aus dem Sattel heben sich die Sporen verdienen gut gerüstet sein keinen Stich machen |
höflich sein
jemanden anspornen Böses im Schilde führen sich entrüsten niedergeschlagen sich aus dem Staube machen |
den Kavalier spielen
fest im Sattel sitzen mit offenem Visier sich ritterlich verhalten |
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