free hosting   image hosting   hosting reseller   online album   e-shop   famous people 
Free Website Templates
Free Installer

Der Landesausbau im Mittelalter

Die Binnenkolonisation

Während der Binnenkolonisation wurden zunächst die bestehenden Siedlungen erweitert, und Söhne oder jüngere Brüder übernahmen die neuen Hofstellen. Mit steigender Bevölkerungszahl entstanden im Küstenbereich durch Eindeichung, in den Mittelgebirgen durch Rodung, in Sumpf- und Moorgebieten durch Trockenlegung neue Siedlungsräume. Die mühseligen Kultivierungsarbeiten leisteten die Bauern ebenso wie die Ausstattung der neuen Höfe mit Vieh und Arbeitsgeräten. Die Grundherren gewährten als Gegenleistung Vergünstigungen. Vielfach beauftragten sie einen Rodungsmeister (im Süden Reutemeister) mit der Durchführung der Kolonisation. Der Adel und viele Klöster (v.a. die Zisterzienser) waren an der Binnenkolonisation interessiert, weil sie dadurch ihren Herrschaftsbereich (z.B. durch Steuererhebung und Gerichtsbarkeit) erweitern konnten.
 

Siedlungsstrukturen

Im Gegensatz zum gewachsenen, unregelmäßigen Haufendorf zeichneten sich die neuen Siedlungen durch planmäßig gestaltete Grundrisse aus. Oft lagen die Höfe aufgereiht an der Dorfstraße (Straßendorf) oder um einen Dorfplatz (Angerdorf). Beim Waldhufendorf in den Mittelgebirgen und beim Marschhufendorf der Küstenregion schloß sich an die in einer Reihe liegenden Gehöfte jeweils das dazugehörige Ackerland unmittelbar an. Der Umfang des hochmittelalterlichen Landesausbaus läßt sich bis heute an der Verbreitung bestimmter Ortsnamen ablesen (z.B. bei den Endsilben -rode, -roth, -reuth, -rath, -wald).

Angerdorf Rundlingdorf Waldhufendorf

Der Landesausbau

Der Landesausbau ist im Zusammenhang mit anderen grundlegenden, sich wechselseitig bedingenden Veränderungen zu sehen: Der starke Bevölkerungsanstieg war die wichtigste Ursache für Binnenkolonisation, Ostsiedlung und Stadtentwicklung. Neben der Flächenausweitung (in Mitteleuropa ca. 50%) kam es in begrenztem Umfang (ca. 20%) auch zur Intensivierung der Agrarproduktion. Dazu trugen die nun allgemein verbreitete Dreifelderwirtschaft, technische Verbesserungen und der erweiterte Anbau von Sonderkulturen bei. Von großer Bedeutung war die Ausdehnung des Getreideanbaus auf Kosten der extensiven Viehwirtschaft, da so je Flächeneinheit mehr Menschen ernährt werden konnten. Die Entwicklung von Handel und Geldwirtschaft zog einen tiefgreifenden Wandel auf dem Lande nach sich: Die Einbeziehung in den städtischen Markt löste das auf Selbstversorgung ausgerichtete Fronhofsystem langsam auf, denn nun konnte man viele Dinge besser in der Stadt erwerben. Die Grundherren betrieben die Auflösung der Fronhöfe auch deshalb, weil sie sich damit der oft im eigenen Interesse wirtschaftenden Verwalter (Meier) und der häufig nachlässig ausgeführten Frondienste der Bauern entledigen konnten. An die Stelle des Fronhofsystems traten nun Pachtverhältnisse und Geldzahlungen als Ersatz für frühere Dienste.
 

Anhebung des bäuerlichen Lebensstandards

Die Grundherren konnten Bauern für die aufwendige Kultivierungsarbeit nur durch besondere Anreize gewinnen: So erlangten die Neusiedler oft ein besseres Besitzrecht (Erbrecht), persönliche Freizügigkeit oder Abgabenminderung und Selbstverwaltungsrechte. Diese Veränderungen wirkten auch auf die Altsiedelgebiete zurück, so daß sich die bäuerlichen Lebensbedingungen insgesamt verbesserten. Dazu trug auch die Auflösung des Fronhofsystems bei, denn sie lockerte die ökonomische und persönliche Bindung der Hörigen an den Grundherrn; zusammen mit der Produktion für den städtischen Markt wurde so die bäuerliche Einzelwirtschaft gestärkt und leistungsfähiger.

MA Startseite
zurück zur
Mittelalter Navigationsseite


Copyright 1999 für das Webdesign dieser Seite ist bei Bryde. Jegliches kopieren und anderweitiges veröffentlichen ohne die vorherige schriftliche Erlaubnis ist verboten! Copyright für die Hintergrundgrafik ist bei Ozone.