| Adel |
Hervorgehobene gesellschaftliche Gruppe, die sich bewußt
z.B. von den Bürgern der Stadt und Bauern abhob. Im Mittelalter zeichnete
man sich vor allem durch Grundbesitz, aber auch durch Geburt und erbliche
Vorrechte als Adliger aus. |
| Allmende |
Die Allmende war der gemeinsame Besitz der Dorfbewohner
im Mittelalter. Wasser (Fischteiche, Trinkwasser), Weide und ein Teil des
Waldes konnten von allen Dorfbewohnern benutzt werden. |
| Augustus |
Ursprünglich ein vom römischen Senat verliehener
Ehrentitel ("der Verehrungswürdige"), dann der Name des ersten Kaisers. |
| Bank |
Zuerst Wechslertisch auf den Märkten und Messen; daraus entwickelte
sich das Geldgeschäft zur Bereitstellung von Krediten (Leihgeld) und
Wechselgeld. In der Regel waren Banken im Mittelalter mit Handelshäusern
verbunden. |
| Barbar |
Griechischer Name für alle Menschen und Völker,
die nicht griechisch sprachen und daher nicht verstanden wurden. Heute
versteht man unter einem Barbaren einen ungebildeten, rohen Menschen. |
| Burg |
Befestigter Wohnsitz. Seit dem 10./11. Jh. sind Burgen als Herrensitze
dem Adel bzw. den Rittern vorbehalten. Sie entwickeln die Burg zu einer
umfassenden Wohn- und Verteidigungsanlage mit Toren, Türmen, Vorratslagern,
Wohnräumen, Zisternen usw. in vielfältigen Formen. Auf der Burg
findet das "höfische Leben" statt, und von ihr aus beherrschen die
Adligen und Ritter ihr Land und ihre Leute. Zeitweise bezeichnet man auch
die Stadt als Burg (englisch: "borough") und ihre Bewohner als "Bürger". |
| Bürger |
Eine mittelalterliche Bezeichnung für größere befestigte
Siedlungen war "burgus" (Burg), d.h. Stadt. Ihre Einwohner heißen
Bürger. Sie bilden seit dem 12. Jh. einen eigenen Stand neben dem
Adel und den Bauern. Vollberechtigte Bürger waren nur die Einwohner
der Stadt, die hier Grund und Boden besaßen. Sie unterstanden nur
der städtischen Gerichtsbarkeit. Man unterscheidet die Patrizier(Die
Oberschicht) und die Handwerker (Mittelschicht) von der Unterschicht (Arme),
die nicht berechtigt war, an der Stadtregierung (dem Rat der Stadt) mitzuwirken.
In der Neuzeit änderte sich die Bedeutung des Wortes "Bürger".
Einmal bedeutet es "Staatsbürger", dann auch Angehöriger der
Mittelschicht, der "bürgerlichen" Klasse. |
Conquistadoren
(auch Konquistadoren) |
Von span. 'conquista' = Eroberung. Bezeichnung für
die vor allem spanischen Eroberer Mittel- und Südamerikas. |
| Denar |
Römische und mittelalterliche Silbermünze. |
| Deutsch |
Das Wort "deutsch" leitet sich aus dem lateinischen "theodiscus"
oder "teutonicus" ab, was sich mit "Volk" übersetzen läßt
und im 9. Jahrhundert für die Sprache des Volkes der Ostfranken, die
im Germanischen wurzelte, verwendet wurde. Daraus wurde die Namensbezeichnung
für alle Ostfranken, die diese Volkssprache "diutisc" benutzten, die
Deutschen. |
| Fehde |
Außergerichtliche gewaltsame Auseinandersetzung, in der einer,
der ein Unrecht (ein Verbrechen usw.) erlitt, sich an dem, der es ihm zufügte,
zu rächen versucht. An der Fehde sind in der Regel die Familien, Sippen
oder Gefolgschaften der Streitenden mitbeteiligt. Alle Waffenfähigen
(Adlige, Freie, Städte) konnten sich durch die Fehde selber Recht
verschaffen. |
| Gau |
Bezeichnung für eine geographische Verwaltungseinheit
zur Zeit Karls des Großen. Namen wie Breisgau, Sundgau, Rheingau
und das Allgäu erinnern noch heute an diese Zeit. Karl der Große
ließ sein Reich in 100 Gaue (Gebiete) einteilen, die von Gaugrafen
geleitet wurden. |
| Geblütsrecht |
Anspruch einer Sippe oder Familie auf die Königsnachfolge. |
| Goldene Bulle |
Reichsgesetz von 1356, das vor allem das Recht der 7 Kurfürsten
festlegte, den deutschen König zu wählen. |
| Gottesgnadentum |
Anspruch der Könige, daß sie ihre Herrschaft
von Gottes Gnaden erhalten und von Gott auserwählt seien. |
| Grundherrschaft |
Personen, die über mehr Grund verfügten, als
sie selbst bearbeiten konnten, waren Grundherren. Sie verliehen ihren Grund
an ärmere Bauern, die dafür Arbeiten bei dem Grundherren leisten
mußten. Dafür beschützte sie der Grundherr vor Feinden
und Hunger. |
| Habsburger |
Nach der Habsburg (heute Schweiz) benanntes Herrschergeschlecht,
das 1282 erstmals die deutsche Königswürde erhielt und im Spätmittelalter
und in der Neuzeit mehrere Könige und Kaiser stellte. |
| Hanse |
Zuerst (im 11.-13. Jh.) genossenschaftlicher Zusammenschluß von
Kaufleuten; seit dem 14. Jh. Zusammenschluß von Städten überwiegend
in Norddeutschland zur Erleichterung des Handels untereinander und zur
Stärkung der Stellung im Auslandshandel, insbesondere im Ostseehandel.
Führende Stadt ("Vorort") der Hanse war Lübeck. Gemeinsame Beschlüsse
wurden auf Hansetagen getroffen. Im 16. Jh. verlor die Hanse ihre Bedeutung. |
| Heerbann |
Aufforderung eines Herrschers an seine Gefolgsleute, mit
ihm in den Krieg zu ziehen und Truppen zu stellen. Bei Nichtbefolgung drohten
den Untreuen Strafen und Bußen. |
| Hl.Römisches Reich Deutscher Nationen |
Mit dem Zerfall des Frankenreichs und der Entstehung eines
ostfränkisch-deutschen Reiches beginnt mit der Kaiserkrönung
Ottos I: die Verbindung von deutscher Königswürde und römischem
Kaisertum. Seit dem 12. Jahrhundert wurde das deutsche Reich "Heiliges
Römisches Reich" genannt, etwa 300 Jahre später kam der Zusatz
"Deutscher Nationen" hinzu, der den Anspruch der deutschen Könige
auf die Kaiserkrone deutlich machen sollte. Das Heilige Römische Reich
Deutscher Nationen hörte formal erst im Jahr 1806 auf zu bestehen. |
| Hexe |
Viele Menschen (meist Frauen) wurden im Mittelalter verfolgt,
weil sie angeblich einen Bund mit dem Teufel geschlossen hatten, der ihnen
übernatürliche Kräfte verlieh (z.B. Tierverwandlung, Luftflug,
Schadenzauber). Die letzte Hexe wurde 1782 geköpft, fast 300 Jahre
nach dem Ende des Mittelalters. |
| Hierarchie |
Organisationsform bzw. Herrschaftssystem das senkrecht
nach Rangstufen gegliedert ist. Bildlich ergibt eine hierarchische Gesellschaft
immer eine Pyramide. |
| Hochkultur |
Eine Gesellschaft, in der geschrieben und gelesen werden
kann und die daher in vielen Bereichen (Wirtschaft, Wissenschaft, Recht
etc.) einen hohen Entwicklungsstand erreicht, bezeichnet man als Hochkultur
im Gegensatz zu den "primitiven Kulturen". |
| Investiturstreit |
Streit zwischen Kaiser und Papst darüber, wer Bischöfe
einsetzen darf. |
| Islam |
arab. = Hingebung, von Mohammed begründete Weltreligion,
die in Allah den einzigen und gnädigen Gott sieht. Als Glaubensbuch
dient den Gläubigen, den Moslems, der Koran. |
| Judentum |
Religiöse und ethnische (volkliche) Gemeinschaft.
Es ist die älteste monotheistische (= Glaube an einen Gott) Religion.
Die Juden wurden häufig verfolgt. Im Mittelalter wurden gegen sie
Volkshetzen (Pogrome) durchgeführt. |
| Kathedrale |
Kirche, die mit einem Bischofssitz verbunden ist. In Deutschland nennt
man sie auch Dom oder Münster. |
| Kelten |
Noch relativ unerforschter "Volksstamm". Ihre Herkunft
ist noch ungeklärt. Grabfunde deuten darauf hin, daß die Kelten
(um 500 v.Chr.) über ganz Europa verstreut lebten und die Technik
der Eisenherstellung beherrschten, weshalb man sie auch als das "Volk aus
dem Dunkel" oder als die "Herren des Eisens" bezeichnet. |
| Königsheil |
Glaube der Germanen, daß ein Herrscher bzw. ein Herrschergeschlecht
aufgrund einer besonderen Stellung zu den Göttern Glück und Erfolg
als Herrscher habe. |
| Kontor |
Handelsniederlassung einer Firma oder einer Stadt bzw. eines Städtebundes
im Ausland mit Lagerplatz oder -gebäude, Verkaufs- und Büroräumen.
Später nannte man nur noch das Büro Kontor. |
| Koran |
Das heilige Buch, die heilige Schrift der Moslems, enthält
Predigten, aber auch gesetzliche Bestimmungen; in 114 Suren (Kapitel) gegliedert. |
| Kreuzzüge |
Kriegszüge gegen Feinde christlichen Glaubens. Ab
1095/96 Kriegszüge christlicher Heere, besonders nach Jerusalem, um
die Heiligen Stätten aus der Gewalt "ungläubiger" und unchristlicher
Araber zu befreien. |
| Kurfürst |
Während im Hochmittelalter noch Fürsten, Adel
und Volk gemeinsam den König wählten, wurde in der Goldenen Bulle
1356 geregelt, daß ausschließlich die 7 Kurfürsten (die
Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der Herzog der Sachsen,
der Pfalzgraf bei Rhein, der Kurfürst von Brandenburg und der König
von Böhmen) den König wählen durften. |
| Landfrieden |
Um Fehden einzuschränken, wurden seit dem 10. Jh. zunächst
"Gottesfrieden" verkündet; sie verboten Fehden von Mittwochabend bis
Montag früh und an Feiertagen. Seit dem 11. Jh. verkündeten Könige
und Kaiser allgemein gültige "Landfrieden", um die staatliche Gerichtsbarkeit
gegen das Recht der Selbsthilfe durchzusetzen. Erst der "Ewige Landfrieden"
von 1495 hat das Fehdewesen endgültig beseitigt. |
| Lehen/Lehnswesen |
Wortverwandt mit "leihen". Im Mittelalter entstandenes
Herrschafts- und Verwaltungssystem aufgrund der noch nicht entwickelten
Geldwirtschaft. Ein Eigentümer (Lehnsherr) überträgt einem
Lehnsmann das Nutzungsrecht an einer Sache (Grundbesitz, Rechte, Ämter),
der ihm dafür die Treue verspricht, so daß ein gegenseitiges
Schutz- und Treueverhältnis entsteht. |
| Leibeigene |
Leibeigene gab es im Mittelalter als Knechte und Mägde
auf einem Herrenhof oder als Bauern mit eigenem Haus. Rechtlich und persönlich
hingen sie ganz vom Herrn ab. |
| Marken |
Marken waren seit Karl dem Großen vorgelagerte, besonders
gesicherte Grenzgebiete, die erhöhter Gefahr ausgesetzt waren und
häufig feindliche Angriffe abwehren mußten. |
| Markt |
Ort, an dem Käufer und Verkäufer, Erzeuger und
Verbraucher "handeln", d.h. Güter austauschen. Die mittelalterlichen
Könige verliehen das Marktrecht bis ins 11. Jh. vor allem an geistliche
Herren, danach an Städte. Das Marktrecht garantierte den Marktfrieden
(Verbot von Fehden und Streit) und regelte den Handel auf dem Markt; ein
besonderes Marktgericht war zuständig.
Im weiteren Sinn bedeutet "Markt" den Waren- und Güteraustausch
nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. |
| Märtyrer |
(griech. "Zeuge") Menschen, die wegen ihres christlichen
Glaubens verfolgt werden und ihr Leben opfern. |
| Mekka |
Bedeutendster Wallfahrtsort der Moslems. Im Mittelpunkt
steht die Kaaba, das höchste Heiligtum des Islams, ein steinernes
würfelförmiges Gebäude mit dem eingemauerten "schwarzen
Stein". |
| Messe |
Vom Wort "Heilige Messe" (Gottesdienst) kommt der Ausdruck "Messe"
für große Jahrmärkte und Warenmessen, die vor allem seit
dem 13. Jh. in Flandern, in der Champagne, aber auch in Frankfurt und Leipzig
stattfanden. |
| Missionierung |
Verbreitung des christlichen Glaubens. |
| Mittelalter |
Die Zeit von etwa 500 bis etwa 1500. Das Ende des Mittelalters
markieren die Erfindung des Buchdruckes und die Entdeckung Amerikas. |
| Monarchie |
(griech. "Einherrschaft") Staatsform, bei der die Herrschaft
von einer einzigen Person, z.B. dem König, alleine und auf Dauer ausgeübt
wird. Die Amtsübernahme des Monarchen erfolgt entweder durch die rechtmäßige
Erbfolge oder durch eine Wahl. Die Monarchie bezeichnet man auch als Königsherrschaft. |
| Monopol |
Wörtlich "Alleinhandel". Man spricht von Monopol, wenn eine Firma
den größten Teil des Warenangebotes in einem Wirtschaftszweig
besitzt und so den Preis diktieren oder kontrollieren kann. |
| Orden |
Menschen, die in einer Gemeinschaft nach einer bestimmten
Regel unter einem Vorsteher aus religiösen Gründen zusammenleben. |
| Orthodoxe Kirche |
(griech. = "rechte Lehre") Die östlichen christlichen
Kirchen (griech.-orthodox, russisch-orthodox), im Unterschied zur römisch-katholischen
Kirche. |
| Ostrom |
1. anderer Name für Konstantinopel (heutiges Istanbul),
2. Gleichbedeutend mit dem Oströmischen Reich (395-1453). |
| Patrizier |
Im Mittelalter die städtische Oberschicht; dazu gehörten
Kaufmannsfamilien mit großem Vermögen und Adelsgeschlechter,
die in der Stadt wohnten. Ihre Mitglieder waren Ratsherren oder Inhaber
städtischer Ämter. Erst im 14. Jh. mußten sie einen Teil
ihrer Vorrechte mit den Handwerkern (Zünften) teilen. |
| Personenverbandsstaat |
Er unterscheidet sich vom modernen Staat dadurch, daß
er nicht durch einheitliche Gesetze und eine einheitliche Verwaltung (z.B.
Berufsbeamte) zusammengehalten wird, sondern durch ein persönliches
Verhältnis zwischen Lehnsherr(en) und Lehnsmann(en). |
| Pest |
Im Mittelalter eine Bezeichnung für viele Krankheiten;
im wesentlichen ist die Beulenpest gemeint. Eine Epidemie zwischen den
Jahren 1347 und 1352 forderte zwischen 25 und 45 Millionen Menschenleben. |
| Pfalzen |
Sie waren die bevorzugten Unterkünfte des reisenden
Königs und seines Gefolges im Mittelalter. Die Pfalzen waren über
das ganze Reichsgebiet verstreut. Neben den königlichen Räumen
gab es in den meisten Pfalzen meist auch noch Unterkünfte für
die Bediensteten, Bäder, eine Pfalzkapelle sowie Stallungen. Das Wort
"Pfalz" leitet sich vom lateinischen Wort "palatium", das heißt Palast,
ab. |
| Philosophie |
Wissenschaft, die nach dem Ursprung der Dinge sucht und
zu allgemeinen Erkenntnissen und Wahrheiten gelangen will. |
| Reichsfürsten |
Das waren im Mittelalter die Herzöge, Markgrafen, Pfalzgrafen,
Gaugrafen und - seit Otto dem Großen - die Bischöfe und Äbte.
Diese Adligen waren am mächtigsten aufgrund ihres Großgrundbesitzes,
ihrer Nähe zum König und ihrer Ämter. |
| Reichsinsignien |
Symbolische Gegenstände wie Reichsapfel, Schwert,
Krönungsmantel, Zepter, Stab, Stirnreif, die die Macht und die hervorgehobene
Stellung des Königs ausdrücken sollten. Je nach Gegenstand war
darüber hinaus jeweils eine bestimmte Aufgabe mit der Insignie verbunden,
die der König erfüllen sollte. So galt der Reichsapfel als Zeichen
der Einheit des Reiches und der besonderen Stellung des Christentums. |
| Reichsstadt |
Eine Stadt, die keinem Landesherrn oder Stadtherrn untersteht, die
sich selbst verwaltet, die insbesondere eigene Gerichte hat und eigene
Rechte (Stadtrechte.). Die Reichsstädte sind auch auf den Reichstagen
als eigener Stand vertreten. |
| Ritter |
Im Frühmittelalter: Reiter, Krieger. Als Reiter kämpften
Adlige und ihre Dienstmannen (Ministerialen). Im Laufe des 10.-12. Jh.
bildete sich aus der Schicht der ehemals unfreien Krieger und dem Geburtsadel
der Ritterstand. Er verpflichtete zu einer "ritterlichen" Lebensweise und
prägte die weltliche Kultur des Hochmittelalters. |
| Salbung |
Kirchlich-religiöser Vorgang der Auszeichnung und
Weihe eines Königs in symbolischer Form, ähnlich wie die Erteilung
von Sakramenten, wohl auch Verpflichtung des Königs auf die Gebote
des Christentums; Ausdruck der Auserwähltheit des mittelalterlichen
Herrschers durch Gott, Symbol für das enge Bündnis von "Thron"
und "Altar". |
| Salier |
Das Königsgeschlecht, dem Heinrich IV: entstammt.
Von 1024-1125 regierten salische Könige das Deutsche Reich. |
| Spital |
von Hospital, Hospiz, d.h. Anstalt für Alte, Kranke, Fremde. Spitäler
sind oft von Klöstern eingerichtet worden, seit dem 13. Jh. besonders
vom Orden der Johanniter. In den Städten entstanden gut ausgestattete
Bürgerspitäler, die in der Regel den wohlhabenden Leuten vorbehalten
blieben, während man für die übrige Bevölkerung ein
Armenspital baute. |
| Stadtrat |
Der Rat der mittelalterlichen Städte bildete die leitende Behörde
der städtischen Selbstverwaltung mit dem Sitz im Rathaus. Der Stadtrat
beschloß über Stadt- und Markrecht, über Gebühren
und Zölle, über die Besetzung städtischer Ämter und
übte die oberste Gerichtsbarkeit aus. Als Ratsherren wirkten bis ins
14. Jh. nur Patrizier, danach auch Handwerker. |
| Staufer |
Schwäbisches Königsgeschlecht; der Name leitet
sich von ihrer Stammburg, der Hohenstaufen, ab. Die Staufer waren seit
1079 Herzöge von Schwaben. Nach dem Aussterben der Salier kam es zwischen
Staufern und Welfen zum Streit um die Königsnachfolge. 1138 setzten
sich die Staufer schließlich durch und konnten bis 1254 die deutschen
Könige stellen. Friedrich Barbarossa ist der wohl bekannteste mittelalterliche
deutsche König. Nach dem Aussterben der Staufer erstarkte die Macht
der Fürsten, so daß die Stauferzeit als die letzte Blütezeit
des Reiches erscheint. |
| Straßburger Eide |
Sie machen die Auseinanderentwicklung der west- und der
ostfränkischen Reichsgebiete in zwei Herrschaftsgebiete mit unterschiedlichen
Sprachen (althochdeutsch und altfranzösisch) deutlich. Die Straßburger
Eide waren ein Bündnisschwur Karls des Kahlen und Ludwigs des Deutschen
gegen ihren Bruder Lothar. |
| Turnier |
Ritterliches Kampfspiel, in dem die Teilnehmer die vollkommene Beherrschung
von Pferd und Waffe übten oder zeigten. Man unterscheidet den Tjost,
d.h. den Zweikampf, und den Buhurt, d.h. den Kampf zwischen zwei Reitermannschaften.
Das Turnier mußte nach strengen Regeln ablaufen und verlief oft blutig
oder sogar tödlich. |
| Vasall |
Ein anderes Wort für "Lehnsmann", der für seine
Leistungen und Dienste ein Lehen übertragen bekam. Man unterscheidet
Kronvasallen von Untervasallen. Kronvasallen erhielten ihr Lehen unmittelbar
vom König. |
| Welfen |
Widersacher der Staufer in der Auseinandersetzung um die
Nachfolge der Salier als Könige. Dem Herzogsgeschlecht der Welfen
entstammten z.B. Heinrich der Stolze oder Heinrich der Löwe. |
| Westrom |
Andere Bezeichnung für "Weströmisches Reich".
Im Jahre 395 wurde das Römische Reich in zwei Reichshälften aufgeteilt.
Hauptstadt des Oströmischen Reiches wurde Konstantinopel; Rom blieb
bis zur Absetzung des letzten weströmischen Kaisers durch die Germanen
im Jahre 476 Mittelpunkt des Weströmischen Reiches. |
| Wormser Konkordat |
1122 zwischen Heinrich V., dem Sohn Heinrichs IV., und
päpstlichen Gesandten geschlossener Vertrag, der den Investiturstreit
(vorerst) beendete. Heinrich V. verzichtet auf die Einsetzung des Bischofs
mit Ring und Stab und erlaubt die freie kirchliche Wahl und Weihe des Bischofs.
Der Papst gestattet, daß in Deutschland die Wahl der Bischöfe
in Gegenwart des Königs stattfindet und der gewählte Bischof
vom König durch die Übergabe des Zepters das weltliche Lehen
erhält und ihm dafür den Lehnseid leistet. |
| Zunft |
Zusammenschluß der Handwerker eines Gewerbes in den
mittelalterlichen Städten. Zünfte bestanden seit dem 12. Jh.
und bis ins 19. Jh. In der Zunftordnung wurden Ausbildung, Löhne und
Arbeitszeiten, Preise und Qualität der Waren geregelt. |
| Zweischwerterlehre |
Die zuerst von Papst Gelasius (492-496) vertretene Auffassung,
daß es auf Erden eine gottgewollte Gleichberechtigung der beiden
Gewalten Kirche (Papst) und Reich (Kaiser) gebe. |